11.5.04

Israels Rolle im Irak

In einem Beitrag für die gestrige Al-Hayat (hier die englische Version des Artikels The Summit And The Israeli Role In Iraq) macht sich Rashid Khashana Gedanken zur Verbindung zwischen der Eskalation der Gewalt im Irak und der wachsenden Rolle Israels in diesem Konflikt. Er beobachtet, dass sich der Einfluß der Israelis auf die US-Truppen mit wachsendem Widerstand verdoppelt hat. Die Amerikaner wollen von Israels Erfahrung in der Widerstandsbekämpfung profitieren und lassen sich von den Offizieren ausbilden, die in Djenin ihre Erfahrungen sammelten. Dass dies nicht dazu führt, dass man die Herzen und Köpfe der Iraker gewinnt, ist sehr deutlich geworden.

Interessant wäre an dieser Stelle auch die Überlegung, was der israelische Beitrag zu den Folterungen in den Gefängnissen der Besatzungstruppen war. Sexuelle Mißhandlungen und das Filmen dieser Folterungen ist bewährte Praxis israelischer Sicherheitsdienste. Die Fotos und Filme der Mißhandlungen dienten dann weniger dazu, den Voyeurismus der Besatzer zu befriedigen sondern stellten ein Druckmittel dar, das Folteropfer zur Kollaboration zu zwingen: "Entweder du kooperierst - oder wir plakatieren ein Bild von Dir und Deinem Vergewaltiger".

In einem lesenswerten Beitrag für die Süddeutsche vom 7. Mai, Schlimmer als der Tod - sueddeutsche.de - Kultur, erklärt der amerikanische Islamwissenschaftler Bernard Haykel die Bedeutung des Tabubruchs, den diese sexuelle Folterung bedeutet, für arabische Gesellschaften. Während er allerdings von Ratgebern aus arabischen Nachbarstaaten ausgeht, muss ich noch einmal auf die wachsende Rolle und den Wissensvorsprung israelischer Militärs verweisen - auch auf diesem Gebiet.